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eines unserer wesentlichen Ziele ist, den Unternehmenswert der Deutschen Beteiligungs AG langfristig zu steigern und Sie, unsere Aktionäre, durch stabile, möglichst steigende Dividenden am Erfolg teilhaben zu lassen. Dass wir diesem Anspruch gerecht geworden sind, belegen die Zahlen im Aktienkapitel dieses Geschäftsberichts. Sie zeigen, wie sich Ihr Investment in DBAG-Aktien entwickelt hat: eine Wertsteigerung von knapp 60 Prozent binnen zwölf Monaten, eine Verdreifachung in drei Jahren. Selbst über die vergangenen zehn Jahre rentierte die DBAG-Aktie im Durchschnitt mit jährlich 13,5 Prozent. In diese Zeitspanne fallen immerhin eine weltweite Finanzkrise und in deren Folge ein dramatischer Konjunktureinbruch. Über nahezu jeden betrachteten Zeitraum sind Sie, unsere Aktionäre, mit einer Beteiligung an der DBAG im Vergleich zu gängigen Indizes deutlich besser gefahren.

Unsere Prognose für das vergangene Geschäftsjahr haben wir zweimal nach oben korrigiert. Die jüngsten Erwartungen wurden noch einmal übertroffen. Mit einem Konzernergebnis von 90,4 Millionen Euro und einer Rendite auf das Eigenkapital von 26,5 Prozent gehört 2016/2017 zu den profitabelsten Geschäftsjahren in der Unternehmensgeschichte. Sie sollen mit einer Dividende von 1,40 Euro je Aktie am Erfolg partizipieren und erzielen damit abermals eine attraktive Ausschüttungsrendite – weit über dem Marktdurchschnitt und über dem Durchschnitt anderer börsennotierter Private-Equity-Gesellschaften.

Überdurchschnittlich waren auch die Veräußerungserfolge, die wir 2016/2017 erreicht haben. Sechs Beteiligungen haben wir beendet: Jedes dieser Portfoliounternehmen hat sich entsprechend seiner Unternehmensstrategie weiterentwickelt und sein Potenzial entfalten können – zum Beispiel durch Fokussierung auf Zukunftstechnologie, durch Konzentration auf vielversprechende Märkte, durch Unternehmenszukäufe oder durch eine Professionalisierung der Corporate Governance. Fünf dieser Unternehmen waren zwischen vier und sieben Jahren im Portfolio, das sechste – sicherlich eine Ausnahme – sogar mehr als 20 Jahre. Das zeigt erneut, dass sich in unserem Geschäft Erfolg oder Misserfolg nicht von heute auf morgen einstellen; unser Geschäft ist langfristig. Das gilt auch für die Beteiligung unseres Investmentteams. Nach den Veräußerungen des vergangenen Geschäftsjahres aus dem Portfolio des DBAG Fund V wurden Carried-Interest-Ausschüttungen an das Team fällig – sie gehen auf den Erfolg einer Kette von elf Beteiligungen zurück, die im Februar 2007, vor mehr als zehn Jahren also, begonnen hatte.

Wir schaffen Wert mit Erfahrung und Ausdauer: Unsere Private-Equity-Fonds haben eine Laufzeit von zehn Jahren. In der ersten Hälfte investieren sie und verfolgen dabei eine abgestimmte Strategie. Strategische Weichenstellungen nehmen wir deshalb dann vor, wenn wir einen neuen Fonds initiieren. So, wie wir das 2016 getan haben. Dem DBAG ECF stehen nun auch Mehrheitsbeteiligungen an Unternehmen offen, die weniger Eigenkapital erfordern, als wir üblicherweise mit dem DBAG Fund VII in ein Management-Buyout investieren. Das hat unser Angebot an den Markt ebenso verbreitert wie die innovative Struktur des DBAG Fund VII: Mit diesem Fonds können wir Transaktionen aus eigener Kraft strukturieren, für die wir bisher Partner benötigten.

Im vergangenen Geschäftsjahr haben wir die Wege beschritten, die wir durch die Weichenstellungen des Jahres 2016 eröffnet hatten: Ohne sie wären zwei der fünf Transaktionen nicht möglich gewesen, mit denen wir unser Portfolio 2016/2017 erweitert und so die Grundlage für künftige Erfolge geschaffen haben. Unser Investmentteam hat Investitionsentscheidungen über rund 345 Millionen Euro ausgelöst. Das ist deutlich mehr als ein Jahr zuvor. Wir haben die größere Kapitalausstattung genutzt, die uns dank einer Kapitalerhöhung 2016 und eines neuen Fonds zur Verfügung stand. 2016/2017 haben wir aus der Bilanz Ihrer Deutschen Beteiligungs AG rund 63 Millionen Euro investiert – rund zwei Drittel mehr als im Durchschnitt der vorangegangenen fünf Geschäftsjahre.

Vitronet ist das erste Management-Buy-out des DBAG ECF. Das Unternehmen errichtet im Kundenauftrag Breitbandnetze und ist damit das dritte Unternehmen aus einem Sektor, in dem wir erstmals 2013 investiert haben. Die zweite Transaktion, die erst durch die Veränderungen des vergangenen Jahres möglich wurde, ist More than Meals. Damit entsteht in der Nahrungsmittelindustrie aus zwei Familienunternehmen ein europäischer Marktführer für gekühlte Convenience-Produkte. Die Transaktion erfordert insgesamt einen Eigenkapitaleinsatz, der unsere übliche Investitionshöhe übersteigt. Auch hier hat sich unsere Erwartung aus dem vergangenen Jahr erfüllt: Uns eröffnen sich mehr Transaktionen als zuvor. Während vitronet und More than Meals für die Erweiterung unseres Angebots stehen, zeigen andere neue Unternehmen, wie sehr wir unsere Investitionskriterien in den vergangenen Jahren weiterentwickelt haben.

In der Finanzkommunikation ist seit einiger Zeit viel von Nachhaltigkeit die Rede. Die meisten kapitalmarktorientierten Unternehmen müssen künftig eine sogenannte nichtfinanzielle Erklärung abgeben. Die Deutsche Beteiligungs AG fällt aufgrund ihrer geringen Mitarbeiterzahl nicht unter diese Regulierung. Wir haben gleichwohl keinen Nachholbedarf, wenn es um die Nachhaltigkeit unseres Geschäfts geht. Die DBAG ist mit einem Geschäftsmodell überaus erfolgreich, das in seinen Grundsätzen seit mehr als fünf Jahrzehnten unverändert geblieben ist. Es hat sich bewährt und Wert geschaffen – für unsere Aktionäre und auch für die Unternehmen im Mittelstand, an denen wir uns beteiligen. Erfolg im Private-Equity-Geschäft setzt nachhaltiges Wirtschaften voraus: Das Vertrauen von Familienunternehmern gewinnt zum Beispiel nur, wer sich den Ruf eines soliden Gesellschafters mittelständischer Unternehmen erworben hat. Und in der Fondsberatung sind dauerhaft zufriedene Investoren Voraussetzung für Wachstum bei verwaltetem Vermögen und Erträgen.

Ein Teil des Erfolgs der vergangenen Jahre ist auf den Anstieg der Bewertungen an den Kapitalmärkten zurückzuführen. Diese zunächst erfreuliche Veränderung hat eine Kehrseite: Auch die Bewertungen, zu denen wir in neue Unternehmensbeteiligungen investieren, sind gestiegen. Von dem insgesamt höheren Preisniveau können wir uns nicht abkoppeln. Wir antworten unternehmerisch auf diese Herausforderung: Noch mehr als zuvor konzentrieren wir uns auf Beteiligungsmöglichkeiten, in denen wir die Größe unseres Investmentteams und dessen besondere Erfahrung mit komplexen Transaktionen einsetzen können. Von Beginn an nehmen wir die strategischen und operativen Verbesserungspotenziale in unseren Portfoliounternehmen in den Blick. Unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern und stärken wir durch eine kontinuierliche Verbesserung unserer Geschäftsprozesse. Nicht zuletzt im vergangenen Geschäftsjahr hat sich gezeigt, wie weit wir damit vorangekommen sind: Vier der sechs Veräußerungen haben wir innerhalb von nur drei Wochen ankündigen können. So viele anspruchsvolle Transaktionen parallel ins Ziel zu bringen setzt eingespielte Abläufe im ganzen Unternehmen voraus.

Lassen Sie uns noch einmal auf die Zahlen zurückkommen, die wir am Anfang dieses Briefes zitiert haben: Die Vergangenheit kennen Sie. Wir sind sicher, dass Sie uns auch in Zukunft vertrauen können. Wir haben 2016/2017 viel getan, um auch künftig unsere Ziele erreichen zu können. Dazu gehören nicht nur die hohen Investitionen des vergangenen Geschäftsjahres, sondern auch die erwähnte Neuordnung unserer Strukturen und Prozesse sowie Investitionen in unser Netzwerk und unser Team.

Für das neue Geschäftsjahr ein Ergebnis zu erwarten, das auf dem Niveau des jüngsten Ergebnisses liegt, hieße, die Besonderheit unseres Geschäftsmodells außer Acht zu lassen: Nicht in jedem Jahr können wir so viele reife Unternehmen zur Veräußerung anbieten wie zuletzt. Unser Portfolio ist jung, in vielen Beteiligungen steht die Wertentwicklung am Anfang. Getragen von einer guten Entwicklung in beiden Geschäftsfeldern erwarten wir gleichwohl ein Ergebnis deutlich über dem Durchschnitt, den wir in den vergangenen fünf Jahren erreicht haben.

Frankfurt am Main, 15. Dezember 2017

Torsten Grede     Dr. Rolf Scheffels     Susanne Zeidler

MITGLIEDER DES VORSTANDS
DR. ROLF SCHEFFELS SUSANNE ZEIDLER TORSTEN GREDE (Sprecher des Vorstands)